Mit dem Gattino auf der Fulda - Erlebnisbericht Daniel Haider

28.06.2019 heißes Wetter und mit dem Kajak auf dem Dach nach Guxhagen.

Nicht zu verwechseln mit Cuxhafen liegt Guxhagen direkt an der Fulda, und zwar ca. 20 km von Kassel flussaufwärts.  Wider aller Ratschläge habe ich mich entschieden, die Fuldatour von Guxhagen nach Hann. Münden, mit dem PE Kajak Eskimo Gattino zu paddeln.
Das empfindlichere GfK Kajak musste  Zuhause bleiben. Ein Lob an die Guxhagener, man kann sein Auto direkt auf einem Parkplatz an der Fulda stehen lassen - und zwar gratis. Die Bäume an den Parkplätzen sorgen sogar für prima Schatten. Da ich alleine aufs Wasser wollte, hat sich die Entscheidung fürs PE-Wildwasserkajak schon beim Einbooten als richtig erwiesen. Denn mich hat eine Plattform erwartet, über die ich das beladene Boot nur über eine Kante ins Wasser bekommen hätte. Ohne einen zweiten Mann (oder einer Frau:) wäre das dem Seekajak gar nicht gut bekommen. Die Umgebung begutachtet, fand ich, ca. 30 Meter flussaufwärts, eine Stelle, an der ich das Kajak mit dem Bootswagen über eine flache Böschung ins Wasser slippen konnte. Allerdings bescherte mir das auf den ersten 50 Meter Grundberührung, da die Fulda an der Stelle extrem flach war. Endlich im Boot sitzend, mit sanften Paddelschlägen und leichter Fließgeschwindigkeit des Flusses, musste ich mich erst einmal das Verhalten des Bootes gewöhnen. Immerhin hatte ich in dem kleinen Kajak alles Material für eine Zweitagestour incl. Zelt, Kocher und Schlafsack. Ca. 23 Kilometer sollte es von Mittag an bis nach Kassel gehen. Gaaaanz seicht floss die Fulda und nahm das Boot sanft mit. Wer vorwärts kommen möchte, muss paddeln. Die Sonne brannte unablässig und trieb den Schweiß aus allen Poren. Dafür bekam das Auge viel Grün zu sehen- von Bäumen über Wildkräuter, Brunnenkresse, Brennnesseln und ewig großen Bärklau. So groß hatte ich Bärklau seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen. Leider war auch einiges an Springkraut zu sehen, was der heimischen Flora ja enorme Probleme bereitet. Bis zur Mündung der Eder in die Fulda waren viele Stellen mangels Wasser teils recht flach. Dennoch gab es nur 2-3 Grundberührungen ab der Einbootstelle. Am Flussufer saßen ewig viele Reiher auf Steinen oder Ästen und haben nach leckeren Fischen Ausschau gehalten. Genüsslich dahin paddelnd hatte ich viel Zeit, die Umgebung auf mich wirken zu lassen. So kann die nahe Natur entspannt genossen werden.
Für einen Bodensee-Paddler ist das ein völlig anderes Erlebnis. Denn auf dort haben Kajakfahrer eine enorme Weitsicht. Dass ein Otter in der Nähe meines Kajaks am Ufer im Dickicht entlang schwamm, hat  mich völlig begeistert. Der Schnauze nach gewiss keine Wasserratte und aufgrund der Größe war es auf keinen Fall ein Bieber. Die kenne ich von der Donau in Regensburg. Nach 14 km kam dann das erste Wehr "Neue Mühle". Unfahrbar sagt mir die Canua App im Handy. Ich war gespannt, was auf mich zukommt und wie mein erster Transport des Kajaks mit dem Gleiswagen klappt. Kurz vor dem Wehr kam dann die Ausstiegsstelle. Und wieder hat sich gezeigt, dass alleine Ausbooten mit einem GfK Kajak, nur mit Materialverlust zu meistern gewesen wäre. Hier war glücklicherweise gerade ein Ruderklub aus Kassel am Gange, die mir sofort Hilfe angeboten haben. Mit dem Gleiswagen war das Kajak schnell auf der unteren Seite des Wehrs und konnte mit Hilfe anderer Ruderer wieder zu Wasser gelassen werden. Danke an die Kameraden.
Ab dem Wehr hatte ich noch zwei Kilometer zum Campingplatz, die ich gaaaanz entspannt gepaddelt habe. Auch hier weit und breit keine Möglichkeit zu slippen, um das Boot mit dem eigenen Wagen aus dem Wasser zu bekommen. Da kam der Plastiksteg vor dem Campingplatz mehr als gelegen. Aus verschiedenen Schwimmblöcken zusammengefügt, hatte er  an den Verbindungsstücken eine tiefe Kuhle. Die habe ich als Führung genutzt, dass der Eskimo Gattino beim Hochziehen nicht abrutscht oder sogar umkippt. Für ein bepacktes, empfindliches Seekajak wieder eine beinahe unüberwindbare Stelle. Zehn Minuten vor Schließen der Rezeption konnte ich mich am Campingplatz anmelden.
Über Waschbären in Kassel hatte ich ja schon viel gehört. Dass Lebensmittel im dicken Packsack nicht gut genug geschützt sind wusste ich nicht. Prima vom Campingplatz - es gibt große Plastikboxen zum Leihen, um Lebensmittel zuverlässig vor Waschbären zu schützen. Das habe ich auch genutzt. Den Waschbären wollte ich meine Lebensmittel dann doch nicht überlassen.
Schnell das Kajak entladen und das Zelt aufgebaut. Ich wollte unbedingt noch eine Runde um den Bugasee paddeln. Da war der unempfindliche Gattino wieder einfach zu handeln. Ich habe ihn einfach das Fuldaufer hochgezogen und auf der anderen Seite zum Bugasee rutschen lassen. Fast so wild wie Wildwasser!
Am nächsten Tag ging es weiter auf der Fulda. Durch Kassel zu paddeln war ein interessantes Erlebnis. So etwas kenne ich vom Bodensee her nicht. Neben historischen Gebäuden zeigen sich modernste Häuser mit kompletter Verglasung zur Flussseite hin. Andere Wohngebäude haben riesige Balkone, da der Blick auf den Fluss für tolles Ambiente sorgt.
Dann kam auch unmittelbar die Wehranlage Kassel. Logisch, unfahrbar. Hier habe ich das Kajak prima alleine aus dem Wasser bekommen. Die Rampe an der rechten Seite war seicht mit Wasser überspült. Schnell den Bootswagen unter das Kajak und ab auf die andere Seite des Wehres.
In Höhe des Naturschutzgebietes Kragenhof kam mir ein Party-Hausboot entgegen, auf dem Jugendliche wahrscheinlich ihren Ferienbeginn oder das bestandene Abi gefeiert haben. Auf jeden Fall war ausgelassene Stimmung und laute Musik auf der Partylocation.
Unmittelbar nach dem Steg fand ich ein schattiges Plätzchen für eine kleine Mittagspause.
Nach der Mittagspause kam ich an einer breiten Stelle vorbei, an dessen Seite eine Schwanenfamilie schwamm. In gebührendem Abstand von ca. 10 Meter habe ich diese passiert. Dennoch hat der männliche Schwan eine Kampfstellung eingenommen. Erfahren vom Bodensee bin ich ruhig weitergepaddelt und habe der Familie keine Beachtung geschenkt. Ca. 200 Meter weiter hat mich erschreckt, dass ich Klatschen von Schwanenfüßen auf dem Wasser und den heftigen, Schwan typischen Flügelschlag hinter mir gehört habe. Luvgierig, wie der Gattino ist, hat er sich bei Paddelstop sofort umgedreht. Der Schwan direkt und schnell auf mich zufliegend, war mir klar, dass das nicht spaßig wird. Ich habe schnell das Paddel aufgerichtet und die andere Hand gehoben um mehr Größe zu zeigen. Dadurch ist der Schwan ca. fünf Meter vor mir gelandet. Ich habe ihn noch kurz beobachtet, mich ruhig umgedreht und bin davon gepaddelt. Ca. fünf Minuten später hat sich das Schauspiel wiederholt. Wie doof vom Schwan, mittlerweile könnte der restlichen Familie in der Entfernung etwas zustoßen. Also habe ich das gleiche Prozedere wiederholt und bin damit dann auch aus der blöden Situation gekommen. Wahrscheinlich hat Herrn Schwan das Lila Boote und meine orangefarbene Schwimmweste nicht gepasst.
Die kommende Schleuse Wahnhausenn war dann die erste, die zum slippen mit eigenem Bootswagen ausgerichtet war. Dieses Hindernis lies sich also alleine prima überwinden. Ganz anders dann an der kommenden Schleuse Wilhelmshausen. Hier sagt die App: "rechts Bootsgasse oder umtragen, Bootswagen vorhanden." Da haben sich allerdings Schelme eine besondere Schikane einfallen lassen. Vor der Bootsgasse versperrten zwei Arbeitsschiffe die Bootsgasse vollständig. Und die Zugänge von beiden Seiten hatten eine Treppe, die überwunden werden musste. Keine Chance das beladene Kajak alleine vom Bootswagen die Treppe hinunter zu bekommen. Sehr paddlerfreundlich ist das nicht. Also musste der Gattino die Grasböschung neben der Treppe zum Fluss rutschen. Eine leichte Schräge zur Treppe machte diese Aktion noch schwerer. Schade eigentlich!
Nach einigen Schleifen und schöne Natur, war die 32 km Etappe dieses Tages auch bald vorüber.  Nach einer  letzten Linksbiegung hat sich auch schon die südlichste Stadt Niedersachsens,  Hann. Münden, gezeigt. Die schönen Fachwerkhäuser dieser historischen Stadt reichen bis zum Fluss und geben ein wirklich imposantes Bild ab. Bei Hann. Münden kommen Werra und Fulda zusammen und bilden die Weser. Die wäre für eine nächste Paddeltour interessant, da auf mindestens 200 km keine Staustufe umtragen werden muss.

Cuxhagen 
 
 
 
 
 
Camping Kassel 
 
 
 
 
Kassel 
 
Wehr in Kassel 
 
 
 
Partyboot 
 
 
 
Hann-Münden 
 
 

Freundschaftsfahrt in Guntersblum

Die 24. Freundschaftsfahrt der Verbände Baden-Württemberg, Pfalz, Rheinhessen und Saarland fand dieses Jahr vom 30.08. bis 01.09. in Guntersblum statt. Das schöne Sommerwetter lud zu einer Gepäckfahrt ein, so schloss ich mich 3 Paddlern des KC Rastatt an.
Wir starteten am 29. August morgens beim dortigen Bootshaus und legten die ca. 140 km bis Guntersblum, mit Zwischenübernachtung in Ketsch, in 2 Tagen zurück. Plangemäß erreichten wir das Bootshaus des WSF Guntersblum am Freitag Abend. Dort hatten sich bereits viele Bekannte aus anderen Vereinen eingefunden. Nachdem wir uns auf der Zeltwiese eingerichtet hatten, nutzten wir den Abend, um alte Bekanntschaften aufzufrischen und neue zu machen. Dabei wurden wir vom WSV Gunterblum bestens mit Getränken versorgt und nutzten die bereitgestellte Grillmöglichkeit.
Am Samstag wurde dann gepaddelt. Wir setzten in Rheindürkheim ein und fuhren rheinabwärts nach Guntersblum. Mit 23 km war das keine lange Tour, aber es wurde am Nachmittag ja noch eine Gelegenheit zu einem Stadtrundgang mit Weinprobe angeboten bevor es Abendessen gab. Dank des warmen Wetters war im Anschluss daran bis tief in die Nacht Gelegenheit für viele interessante Begegnungen und Gespräche.
Auch am Sonntag wurde gepaddelt. Wir fuhren ab Guntersblum zunächst einige km rheinaufwärts, dann auf den Erfelder Altrhein, um das NSG Kühkopf (mit Pause beim TSV Pfungstadt) und zum Schluss wieder 500 m rheinaufwärts zum Bootshaus. Diese Kühkopf-Runde ist ca. 22 km lang, durch die Fahrt gegen die Strömung brauchten wir aber dafür wesentlich länger als für die Strecke des Vortages. Leider mussten wir am Nachmittag wieder zurück. Zum Glück nicht per Boot: einige weitere Kameraden des RKC waren mit Autos und Bootsanhänger angereist, so dass der Rücktransport nach Rastatt, wo wir am frühen Abend ankamen, kein Problem war.

Mir hat das Wochenende Spaß gemacht. Es war eine rundum gelungene, sehr gut organisierte Tour und ein schönes Wanderfahrertreffen.

Ahoi
Sabine


Bilder: copyright KC Rastatt, Genehmigung zur Verwendung ist vorhanden

 
 

25. Internationale Elbefahrt 2019

 
Nach zahlreichen Tagestouren und mehrtägigen Gepäckfahrten reizte mich die längste vom DKV ausgeschriebenen Wanderfahrt: die Internationalen Elbefahrt über drei Wochen, die dieses Jahr zum 25. Mal veranstaltet wurde.
 
Da ich mich sehr spät angemeldet hatte und die Teilnehmerzahl auf 80 Personen begrenzt wurde, war ich zunächst nur für die Strecke von Wittenberg nach Hamburg eingeplant. Kurzfristig ergab sich dann aber doch die Gelegenheit, bereits von Beginn an, also ab Schmilka an der tschechischen Grenze, mitzufahren.
 
Am 6. Juli war Anreisetag. Manche Teilnehmer kamen, so wie ich, direkt nach Dresden, andere nutzten den Transfer per Bus aus Hamburg. Sobald alle Teilnehmer vor Ort waren, wurden die Boote für den Transfer nach Schmilka, wo die Elbefahrt offiziell startete, auf die Hänger des Kanusport Dresden verladen.
 
Die Etappenplanung war:

 7. Juli  Schmilka   – Dresden    44 km
 8. Juli  Dresden   – Coswig (Sachsen) 27 km
 9. Juli  Coswig (Sachsen)  – Riesa    33 km
10. Juli Risa    – Torgau   50 km
11. Juli Torgau   – Wittenberg   58 km
12. Juli Wittenberg   – Coswig (Anhalt)  23 km
13. Juli Coswig(Anhalt)  – Dessau   24 km
14. Juli Ruhetag
15. Juli Dessau   – Aken   15 km
16. Juli Aken    – Magdeburg   47 km
17. Juli Magdeburg   – Rogätz   29 km
18. Juli Rogätz  – Tangermünde  38 km
19. Juli Ruhetag
20. Juli Tangermünde  – Havelberg   38 km
21. Juli Havelberg   – Wittenberge  37 km
22. Juli Wittenberge   – Dömitz   52 km
23. Juli Dömitz   – Klein Kühren  32 km
24. Juli Klein Kühren  – Geesthacht  48 km
25. Juli Geesthacht   – Allermöhe    38 km
26. Juli Ruhetag
27. Juli Rücktransport nach Dresden per Bus
 
Wie schon im letzten Jahr war der Wasserstand der Elbe sehr niedrig. Einerseits war das schlecht für uns: die Strömung hielt sich in Grenzen. Andererseits: es gab, abgesehen von einzelnen Sportbooten, keine Schifffahrt. Wir hatten den Fluß bis kurz vor Geesthacht, wo der Elbe-Seitenkanal bei Lauenburg einmündet, für uns und konnten die ganze verfügbare Breite nutzen.
Auch vom Wetter her hatten wir Glück. Wir blieben von wirklich schlechtem Wetter verschont. Nach einem sonnigen, aber windigen ersten Paddeltag wurde es für einige Tage bedeckt und kühler. Erst gegen Ende der Tour setzte auch in Norddeutschland Hitze mit weit über 30° C ein. Was wir aber fast immer hatten, war Gegenwind in wechselnder Stärke. Aber auch der hätte, insbesondere auf den langen Etappen, schlimmer ausfallen können.
 
Von den anfänglich ca. 80 Teilnehmern erreichten 58 das Ziel, das Leistungszentrum der Ruderer und Kanuten in Hamburg-Allermöhe, wobei dieser Teilnehmerschwund hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass einige von Vornherein nur Teilstrecken fahren wollten.
 
Die Tour war von Harald Zeiler und seinem Team hervorragend organisiert worden. Er, seine Frau und sein Mit-Organisator René waren immer zur Stelle, wenn es Fragen oder Probleme gab. Außer von ihnen wurden wir auch von drei Fahrtenleitern bestens betreut. Von Schmilka bis Torgau war das Wolfgang Jähne, dann übernahm bis Tangermünde Gerd Bode und zum Schluss, bis Hamburg, Peter Papowski. Sie gaben uns bei den abendlichen Fahrtenbesprechungen alle erforderlichen Informationen für den nächsten Tag und waren immer bereit, zu helfen, wenn jemand bei einer Situation unsicher war.
 
Besonderes Lob gebührt den gastgebenden Vereinen entlang der Strecke. Sie alle hatten weder Kosten noch Mühen gescheut, uns die Fahrt so angenehm wie möglich zu machen. Wir wurden rundum versorgt. Insbesondere das kulinarische Angebot war überwältigend, beginnend mit Kaffee und Kuchen bei der Ankunft, gefolgt von einem guten Abendessen und einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen. Es soll einige Elbefahrer geben, die nach der Fahrt, quasi als besondere Erinnerung, ein paar Kilo mehr nach Hause bringen.
 
Bei der Abschlussveranstaltung kam dann der einzige Wermutstropfen:
Die 25. Elbefahrt war die vorläufig letzte. Harald Zeiler kann aus gesundheitlichen Gründen nächstes Jahr keine Fahrt organisieren. Eine Nachfolge für ihn ist derzeit noch nicht in Sicht. Es gibt Überlegungen, die Elbefahrt in anderer Form ab 2021 wieder anzubieten, aber hierzu gibt es noch keine detaillierteren Planungen.
 
Von daher: schön, dass ich dieses Mal noch dabei sein konnte.
Und: die Elbefahrt hat schon einmal eine mehrjährige Unterbrechung überstanden.
Ich bin sicher, dass es auch diesmal nicht die endgültig letzte war.
Übrigens wurde die  25. Internationale Elbefahrt auch im Internet dokumentiert. Weitere Informationen und Bilder findet ihr unter www.internationale-elbefahrt.de
 
Ahoi
Sabine

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Baikal Trekking

Der Baikalsee in Sibirien ist der älteste Süßwassersee der Welt. Bei 673 km Länge,
73 km Breite und einer maximalen Wassertiefe von 1643m enthält er ein Fünftel der flüssigen Süßwasser-Reserve der Erde. So viel, wie die fünf großen amerikanischen Seen zusammen.
 
Hier zu paddeln war ein Traum, den sich Alex, der Wanderwart des KC Rastatt, erfüllen wollte.
Er fand einen Reiseveranstalter, der eine Kajak-Trekkingtour für maximal zehn Personen anbot und buchte die komplette Tour noch bevor er wusste, wer alles teilnehmen würde.Das Interesse war riesig. Alle verfügbaren Plätze waren schnell vereinsintern vergeben. Als dann aber Ende letzten Jahres jemand absagen musste, nutzte ich die Chance und rückte nach.
 
Vorab war für jeden von uns einiges zu organisieren. Die Einreise nach Russland ist streng geregelt und erfordert eine genaue Befolgung der Vorschriften. Und die Gepäckbestimmungen von Aeroflot sowie das geplante Kajak-Trekking fernab jeder Zivilisation machte eine genaue Planung, Überprüfung und auch Erweiterung der Ausrüstung notwendig.
 
Am 1. Juni ging es endlich los. Schon die Anreise war ein kleines Abenteuer. Aeroflot flog uns, mit Umstieg in Moskau, von Frankfurt nach Irkutsk. Durch die Zeitverschiebung kamen wir am 2. Juni gegen Mittag in Sibirien an, wo wir unseren Guide Andrei trafen. Mittagessen und eine kurze Stadtführung folgten, dann ging es am Abend mit der Transsibirischen Eisenbahn weiter nach Severobayk‘alsk, das wir am Vormittag des 4. Juni, nach einem Tag und zwei Nächten im Zug, erreichten. Ein paar Kilometer weiter südlich, in Baykalskoie, warteten schon unsere Kajaks, 4 Zweier von Necky und 2 Einer „Storm“ von Current-Designs, auf uns. Und unser zweiter Guide. Maxim, ein Freund von Andrei, hatte sich bereit erklärt, ihn zu unterstützen. Er nahm nicht nur bereitwillig Töpfe und einen Teil der Nahrungsmittel an Bord, sondern erwies sich im Lauf der Tour unter anderem als hervorragender Outdoor-Koch und war jederzeit zur Stelle, wenn jemand von uns Hilfe benötigte. 
 
Nach dem Beladen der Boote - sehr zur Überraschung von Andrei schaffte es jeder problemlos, alles unterzubringen - ging es bei ungemütlich kaltem, aber trockenen und windstillem Wetter endlich los. Es waren an diesem Tag nur 17 km zu fahren. Eine Etappe zum Eingewöhnen sozusagen. Wir mussten uns ja erst auf die Boote einstellen und der Aufbau des Lagers mit den uns unbekannten Zelten dauerte an diesem Tag auch noch etwas länger. Der weitere Abend verlief dann wie alle anderen auf unserer Tour: wir genossen das Essen, das Max in verblüffend kurzer Zeit zubereitete, saßen und standen am Lagerfeuer, redeten, tranken Tee und zogen uns dann nach und nach in die Zelte zurück. Nach den 2 Nächten im Zug war die erste Nacht sehr kalt, zumal bald Regen und böiger Wind aufkamen. Keine optimalen Startbedingungen am zweiten Paddeltag, aber nichts Dramatisches, hatten wir doch mit solchen Bedingungen gerechnet.
 
Nach dem Frühstück und dem Lagerabbau kamen wir gegen 10.30 Uhr aufs Wasser. An Eisschollen vorbei machten wir uns auf den Weg nach Süden. Wir ließen uns an diesem Tag Zeit und hatten, als die Sonne am Nachmittag herauskam, emütliche 22 km zurückgelegt.
Ab Tag drei dann: Traumbedingungen. Strahlend blauer Himmel, kaum Wind, angenehme Temperaturen. Alles so, wie wir es uns erhofft hatten. Wir hangelten uns von Kap zu Kap vorwärts. Es war dabei extrem schwierig, die Entfernungen zu schätzen, aber oft lagen um die zehn Kilometer dazwischen. Wir fuhren teilweise unter Land, waren aber auch weit draußen auf dem See um die beeindruckende Landschaft aus der Ferne auf uns wirken zu lassen. Die optimalen Bedingungen machten es auch möglich, den direkten Weg zu wählen.
An diesen 4 Tagen legten wir in Etappen zwischen 28 und 39 km insgesamt etwa 130 km zurück. 
An Tag 7 änderte sich dann das Wetter. Da wir ein Naturschutzgebiet, in dem wir nicht lagern durften, hinter uns bringen mussten, waren wir früh auf dem See. Es begann schon nach ein paar Kilometer mit leichtem Rückenwind, der sich bis zur ersten Pause ständig verstärkte. Der Baikal zeigte uns dabei etwas von seinem Potential: schnell bauten sich Wellen mit ca. 1,5 m auf. Da die Wassertemperatur nur bei etwa 6 Grad lag, blieben wir unter Land, auch wenn hier die Fahrt durch Brandungswellen und Kabbelwasser ungemütlicher und anstrengender war. Hier zeigte sich, dass die Gruppe aus erfahrenen Paddlern bestand. Ernsthafte Probleme hatte niemand, dennoch waren alle froh, bei der zweiten Pause wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Aber noch waren wir nicht am Ziel. Auf unserem letzten Drittel half zwar weiterhin der Rückenwind, aber allmählich machte sich die Anstrengung doch bemerkbar. Ein letztes Kap, dann hatten wir die verbotene Zone endlich hinter uns und konnten anlanden und unser Lager aufschlagen.
Für Tag 8 hatten wir einen Ruhetag geplant. Zum Glück, denn während des Vormittags frischte der Wind innerhalb kürzester Zeit wieder auf. Ein Sturm mit starken Böen zog auf. Wären wir auf dem See gewesen, hätten wir nicht nur mit Wellen, sondern auch mit Gegenwind kämpfen müssen. Die Strecke des Vortags wäre unter diesen Bedingungen nicht zu schaffen gewesen. So blieben wir im Lager und ruhten uns in den Zelten aus. Spaziergänge wären nicht nur ungemütlich, sondern wegen möglichen Windbruchs im Wald auch gefährlich gewesen.
An Tag 9 hatte sich der Wind gelegt. Es war zwar anfangs noch bewölkt, aber nicht kalt. Zumindest kam es uns inzwischen so vor. Eigentlich wären wir nach gut 20 km am geplanten Endziel der Tour gewesen, aber angesichts der guten Bedingungen wurden es wieder 30. Zumal wir durch die langen Etappen der ersten Tage einen Extra-Paddeltag herausgeholt hatten und begierig darauf waren, noch ein bisschen weiter nach Süden vorzustoßen.
Es wurden dann an Tag 10 weitere 25 km. Auch Tag 11 lud mit erneut strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind zum Paddeln ein.
Leider mussten wir aber alles für die Rückreise vorbereiten. Wir wurden mittags von einem Boot abgeholt, das uns und die Kajaks in gut 4 Stunden nach Sachuerta brachte, wo für uns für diese Nacht Zimmer in einer einfachen Herberge gebucht waren. Wie das Einsteigen und Laden der Boote in der Wildnis funktionieren sollte, konnte sich niemand von uns vorstellen.
Aber: es ging. Problemlos, wenn auch etwas anders als erwartet. In der Herberge erwartete und neben dem Abendessen eine vorgeheizte russische Bagna, wie sich die Sauna dort nennt. Eine Annehmlichkeit, die wir nach der Zeit in der Wildnis, Waschen im kalten See und kaum wärmeren Tümpeln und sonstigen Einschränkungen genossen. Dann mussten wir schon vom Baikal Abschied nehmen.
 
Für die Rückreise nach Irkutsk per Bus und den Flug nach Moskau waren 2 weitere Tage notwendig. Hier verabschiedeten wir uns von zwei unserer Mitpaddler, die sofort nach Deutschland zurück mussten.
Wir anderen blieben noch 2 Tage in der russischen Hauptstadt. Der Gegensatz zur ruhigen, menschenleeren Wildnis Sibiriens hätte nicht größer sein können. Aber wir waren nicht ganz auf uns gestellt. Schon im Vorfeld war ein kompetenter Guide gefunden worden. Irina hatte sowohl den Transfer vom und zum Flughafen als auch Stadtführungen zu Fuß und mit einem Bus, sowie einen Besuch des Kremls und weiterer bekannter Sehenswürdigkeiten organisiert. Mit ihren hervorragenden Deutschkenntnissen konnte sie uns viele Erklärungen geben, die so nicht im Reiseführer stehen und war immer zur Stelle, wenn wir mit unseren Sprachkenntnissen an Grenzen stießen. 
Am 19. Juni kam dann der endgültige Abschied von Russland. Aeroflot flog uns nach Frankfurt, von dort ging es mit einem Bus zurück nach Rastatt, wo wir am späten Nachmittag ankamen und sich unsere Wege nach einem Abschiedsbier trennten. 
 
Diese Reise zählt zweifellos zu den absoluten Höhepunkten meiner Paddler-Karriere, egal, was noch kommt. Die Erfahrung, ohne jeden Kontakt zur Außenwelt tagelang in der Wildnis unterwegs zu sein, nie zu wissen, was uns als nächstes erwartet und auf welche Tiere wir stoßen würden, war einmalig. Es hat alles gepasst: die Umgebung, das Wetter und nicht zuletzt die Gruppe, die aus guten, ausdauernden Paddlern bestand und hervorragend harmonierte. Ich bin glücklich, hier dabei gewesen zu sein und hoffe, dass das nicht die letzte außergewöhnliche Reise war. Mal sehen, was als nächstes kommt …
Leider kann ich euch in diesem Bericht nur einen kurzen Eindruck der Tour geben, mehr würde den Rahmen sprengen. Wir werden jedoch aus unseren Fotos und Filmen einen Bericht zusammenstellen und ihn euch, vermutlich im Februar nächsten Jahres, präsentieren.
Lasst euch überraschen.
 
Ahoi
Sabine

 
 
 
 
 

Anpaddeln 2019

Am Sonntag, den 31.03.2019, begann beim TSV, Kanu, die Freiluftsaison mit dem Anpaddeln.
Wir paddelten mit circa 10 Kajaks und einem Kanadier bei kaltem Wasser und schönstem Wetter in Richtung Landungssteg in Immenstaad. Doch kurz vor dem Landungssteg kenterte der Kanadier! Durch das Geschrei der genkenterten Paddler wurden die Kameraden darauf aufmerksam, retteten die gekenterten aus dem kalten Wasser und brachten sie an Land. Die Bergung des vollgelaufenen Kanadiers benötigte einige Anstrengung bis dieser auch an Land war. Dank Christiane waren auch die Gekenterten schnell mit trockenen Sachen versorgt. Auch eine paar Paddelkameraden spendeten ihre trockene Kleidung. Diese Kenterung ermahnte uns wieder, dass man sich immer für die Wassertemperatur kleidet, und man sich nicht von der warmen Lufttemperatur verführen lassen darf. Auch die Rettungsübungen werden wir bei warmem Wasser wiederholen. Zurück am Bootshaus entzündeten wir noch ein Feuer und eröffneten zusätzlich die Grillsaison.

Wir wünschen allen Paddlern ein schöne und unfallfreie Paddelsaison und hoffen auf einen schönen Sommer.

Ahoi Stefan

 
 
 
 
 
 
 

2019 Frühjahrsputz

Am Samstag, den 30. März, stand der jährliche Frühjahrsputz auf dem Programm.
Bei schönstem Früjahrswetter befreiten wir das Gelände, das Bootshausdach und die Dachrinne von Laub und herruntergefallenen Ästen. Die Boote mussten alle aus ihrem Lager, damit die Bootshalle gereinigt werden konnte. Auch der Aufenthaltsraum und die Toiletten wurden auf Hochglanz gebracht. Zusätzlich wurden die alten Holzpfosten für die Holzbänke an der Grillstelle durch Betonpfosten ersetzt.

Inzwischen ist auch das Wasser wieder angestellt, die Saison 2019  kann kommen.

Vielen Dank an alle Helfer an diesem Tag.

Ahoi Stefan

 
 
 
 
 
 

Dienstagabend auf dem See...

 
 
 

Abpaddlen 2018

Am 23.09.2018 fand wieder unser jährliches Abpaddeln statt. Leider wurde aus Sicherheitsgründen (angesagter Sturm)  das Abpaddeln bei Wasserburg zu unserem Bootshaus verlegt. Bei ruhigem Wasser und ohne Wind paddelten 7 Paddler bis zum Heinzler und mit schnell aufkommenden Wind im Rücken wieder zurück zum Bootshaus.
War also genau richtig so und wir hatten große Freude.

Bis bald, oder schon Dienstagabend wieder,
Gruß Jo

50zigste Eisfahrt

Am 24.11.2019 war es wieder soweit, die 50zigtse Eisfahrt stand auf dem Programm.
Dieses Jahr wurde nicht beim Kanu Club Konstanz gestartet sondern bei den Naturfreunde-Konstanz und von dort nach Radolfzell. Aber Daniel, Andi und ich starteten wieder wie jedes Jahr von unserem Vereinsheim in Fischbach. Bei besten Bedingungen starteten wir um 5:30 Uhr um rechtzeitig in Konstanz zu sein. Dieses Jahr hatten wir keinen Gegenwind und auch keine Wellen in der Dunkelheit zu bezwingen.
Im Meersburg am Yachthafen machte wir eine kurze Frühstückspause bevor wir zur Querung nach Konstanz starteten. Im Konstanzertrichter traffen wir noch unsere Vereinskameraden Steffen und Petra und gemeinsam paddelten wir in Richtung Naturfreunde-Konstanz.
Bei diesen guten Bedingungen waren wir so zeitig dran, das wir noch gemütlich ein zweites Frühstück mit unseren Paddelkameraden zu uns nehmen konnten.
Unsere Wanderwart Michael und Sabine waren auch schon vor Ort. Nach einer kurzen Ansprache ging es dann um 10:30 Uhr los in Richtung Insel Reichennau, dort machten die 175 Teilnehmer eine kurze Rast und weiter ging es auf die letzte Etappe zum KC Radolfzell. Dort Erwartete uns ein leckeres Essen und ein wohlverdientes Bier. 
 
Vielen Dank an die Veranstalter und auch ein großes Dankeschön gilt auch dem Michael der wieder den Bootshänger nach Radolfzell stellte, damit wir und unsere Boote heil zurück nach Fischbach kommen konnten.
 
Bis zum nächsten Jahr,
Ahoi Stefan
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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