Gepäckfahrt auf der Weser 7. - 14. Juli 2018

Ich wollte schon lange eine mehrtägige Gepäcktour machen. Da ich im Juli eine Woche Urlaub bekommen habe war das die perfekte Gelegenheit. Nachdem der Wesermarathon Anfang Mai die Neugier auf die Strecke nach Flußkilometer 80 geweckt hatte und die Weser nicht sehr verbaut ist, bot sie sich für eine Solo-Gepäckfahrt an.

Meine Detail-Planung war: in Hann. Münden auf den Bach, jeweils irgendwo übernachten wo es passt und dann in der Nähe eines Bahnhofs aufhören. Genauer wollte ich mich nicht festlegen.

So bin ich ich am 07. Juli nach Hann. Münden gestartet wo ich am Nachmittag beim KC Münden eintraf. Boot abladen, Zelt aufstellen und einrichten, sowie Auto parken war schnell gemacht, so daß einer kleine Tour die Fulda aufwärts bis zur Schleuse Bonafort nichts mehr im Weg stand.

Abends war noch Zeit für einen Spaziergang in Hann.Münden (mit Begutachtung der Umtragestelle der dortigen Schleuse). Ergebnis: bei DEM Wasserstand wäre Umtragen richtig anstrengend.

Deshalb starteten wir am nächsten Morgen zu fünft in der Hoffnung, zur Weser geschleust zu werden. Das klappte bestens… danach trennten sich unsere Wege zunächst.

Die Weser ist ein sehr gemütlicher Fluß mit kaum Verkehr durch weitgehend einsame Landschaft.

In 4 Etappen (Beverungen km 53 mit Übernachtung beim WSV Beverungen, Bodenwerder km 111 mit Übernachtung beim RC Bodenwerder, Hameln km 134 mit Übernachtung beim KC Hameln) kam ich bis Minden (km 205, Übernachtung beim KC Minden). Fast jeden Abend traf ich wieder auf 2 Paddler, die mit mir in Hann. Münden gestartet waren. Die Ein- und Ausstiegsstellen bei den Kanuclubs unterwegs waren alle in gutem Zustand, so daß es kein Problem war, das voll beladene Boot jeweils einzusetzen und wieder herauszuholen.

Das Wetter war – bis auf einen Tag – gut bis sehr gut, also warm und trocken. Nur während der Etappe von Hameln nach Minden regnete es in Strömen. Was aber angesichts der ausgedörrten Landschaft und des niedrigen Flußpegels auch dringend nötig war.

Unterwegs wurde ich bei jeder Übernachtungsstation freundlich aufgenommen. Zelten war nirgends ein Problem, in Bodenwerder und Minden wurde mir auch eine Übernachtung im Vereinsheim angeboten, was ich aufgrund der Wetterverhältnisse gern annahm.

Von Minden aus holte ich am 5. Tag meiner Tour per Bahn das Auto und wollte eigentlich danach noch eine Etappe bis Nienburg weiterfahren. Der bevorstehende Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen, zusammen mit den vielen stauträchtigen Baustellen auf der A7 Richtung Süden, veranlasste mich aber zu einer Planänderung so daß ich bereits am 13.07. den Heimweg antrat.

Unterwegs mache ich noch für eine Nacht am Kleinen Brombachsee (Fränkische Seenplatte) halt um am Samstag, dem 14.07. endgültig zurückzufahren.

Schön war‘s.. und da noch ca. 160 km bis Bremen zu erkunden sind war ich sicher nicht zum letzten mal auf der Weser unterwegs. 

Ahoi

Sabine

Paddelabenteuer auf der Elbe beim MMMM

Unter Kanusportlern ist der MMMM ein Klassiker. Worum geht es?

Seit 1991 treffen sich jährlich die "verwegensten" Kanuten aus ganz Deutschland und dem Ausland, um an einem Wochenende im Juni in nur zwei Tagen 243 km auf der Elbe zu paddeln. MMMM bedeutet Meißen - Magdeburg - Mammut - Marathon. 
Die Veranstaltung ist auf 60 Teilnehmer begrenzt. Andi und ich hatten schon länger vor, sich dieser Herausforderung zu stellen, was dieses Jahr endlich in die Tat umgesetzt werden sollte.
Am Donnerstag, 31.05.2018 fuhren wir mit unserem 2er-Kajak auf dem Dach zum Zielort Magdeburg. Auf dem dortigen Vereinsgelände, des KK Börde Magdeburg konnten wir im Zelt übernachten und unseren Pkw abstellen. Am nächsten Tag durften wir freundlicherweise den Transfer im Vereinsbus, zusammen mit anderen Teilnehmern samt unseren Booten, zum Startort Meißen in Anspruch nehmen. Die Fahrt mit dem Transporter dauerte an die 3 Stunden, da wurde uns richtig bewußt, welche Distanz die nächsten zwei Tage vor uns liegt. 
Bei der SG Kanu-Meißen trafen im Laufe des Freitags so langsam alle Teilnehmer ein und nach einem geselligen Abend und bester Versorgung durch die Gastgeber ging der Abend bald zu Ende, da es am nächsten Morgen früh losgeht. Dort durften wir im Bootshaus bernachten. 
Aus Respekt vor der langen Distanz, waren wir beide die ersten, die kurz vor 4 Uhr in der Dämmerung loslegten. Nach einigen Stunden und 65 km legten wir bei Torgau eine längere Pause von ca. 45 min ein. Dort hat man die Möglichkeit, bei den Torgauer Paddelfreunden bewirtet zu werden und sich zu stärken. Zudem tut es gut, nach dem stundenlangen Sitzen im Boot, sich mal wieder zu strecken und etwas auszuruhen. Gegen 16 Uhr erreichten wir nach 120 km das Tagesziel, den Kanuverein Harmonie Elster. Dort durften wir abermals im Bootshaus übernachten, was uns jedesmal den Auf- und Abbau des Zeltes ersparte. Der Abend war noch kürzer, die Strapazen waren schon zu spüren, außerdem ging es ja schon bald eiter....
 
Wieder kurz nach 4 Uhr waren wir beide die ersten, die aufs Wasser gingen. Nach weiteren 74 km wurde eine längere Pause bei Aken eingelegt, wo wir auch wieder durch die dortigen Paddelfreunde ganz toll versorgt wurden. Danach zogen sich die letzten 49 km recht lange hin.
Die monotone stundenlange Paddelei unterbrachen wir etwas, indem wir uns noch richtig ins Zeug legten um noch den einen oder anderen Teilnehmer vor uns einzuholen und auch nicht von hinten überholt zu werden. Gegen 17 Uhr konnten wir dann endlich auf dem Gelände des KK Börde Magdeburg anlanden und wir waren stolz, auch die zweite Tagesdistanz von 123 km gut zurückgelegt zu haben. Einige der Paddler übernachteten dort, wie wir im Zelt auch noch einmal und es war noch ein sehr schöner gemeinsamer Abend. Allerdings gingen diesmal auch alle wieder früh schlafen, diesmal aber aus Erschöpfung. 
 
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den weiten Heimweg von ca. 600 km nach Hause. Zusammenfassend ist anzumerken, die Bedingungen waren diesmal ziemlich hart. Durch den extrem niedrigen Wasserstand betrug die Fließgeschwindigkeit der Elbe nur zwischen 2,5 und 3,5 km/h, was am Tag bis zu 1,5 Paddelstunden mehr also sonst ausmachte. Vor allem am ersten Tag hatten wir zusätzlich mit z.t. heftigem Gegenwind zu kämpfen. Ansonsten aber war das Wetter bestens, ohne Niederschläge. Es war eine einmalige Erfahrung, eine solche Distanz zurückgelegt zu haben. Beeindruckend war auch die tolle Gemeinschaft aller Teilnehmer, was hatten wir Freude miteinander, teilweise haben sich fast Freundschaften gebildet. Nun können wir verstehen, warum die meisten "Mehrfachtäter" ein riesiges "Hallo" miteinander hatten, als sie sich am Freitag begrüßt haben. Ebenso faszinierend waren die Begegnungen mit allen eteiligten, die Gastfreundschaft bei allen Kanuvereinen, mit der wir aufgenommen wurden, überall war man sehr hilfsbereit und freundlich. 
 
Besonderer Dank geht an den Organisator  "Ruppi" (Norbert Rupp, Wanderwart KK Börde Magdeburg), der mit seiner humorvollen Art überall zugegen war und an Udo Richter (SG Kanu-Meißen). Für beide bleiben wir auch in Erinnerung, als die Frühaufsteher und Nachtruhestörer vom Bodensee". Eigentlich dachte ich, sowas macht man nur einmal im Leben. Aber jetzt im Nachhinein möchten wir uns, trotz der weiten Entfernung vom Bodensee zur Elbe, nicht festlegen, mal wieder diese Tortur mitzumachen und damit erneut zu den "verwegensten" Kanuten zu gehören. 
 
Ahoi, Jo und Andi
 
 

27. Münchner Kanu-Triathlon

Am 6. Mai startete Andy Sorg beim ca. 100 Teilnehmer aktivierenden 27. Münchner Kanu-Triathlon.
Andy konnte bereits auf der Laufstrecke entlang der Isar den Grundstein für einen erfolgreichen Wettkampf legen. Durch einen frühen Wechsel auf` s Rennrad blieb er von Engpässen im Hauptfeld verschont und konnte somit im vorderen Drittel liegend ins Kanu wechseln.

Hier musste primär ca. 1,5 Kilometer auf dem Isarwerk-Kanal entgegen der Strömung kräftig gepaddelt und der Hauptströmung aus dem Weg manövriert werden, bevor die Wendemarke umfahren werden konnte und es ca. 2,5 KM flussabwärts bis zur „Zentralen Floßlände“ ging.

Diverse Schwalle mussten dabei sauber gefahren werden, um nicht eine ungewollte und zeitraubende Erfrischung zu erfahren. Mit denkbar knappem Rückstand auf den 3. Platzierten von 30 Sekunden in der Gesamtzeit konnte er sein Debüt mit einem 4. Platz in der AKII zufrieden beenden.
 

Wo Werra und Fulda sich küssen...

Paddeln mit Strömung sind wir ja nicht so gewöhnt… lange Strecken schon eher… aber gleich sooo lang? Aber wenn schon.. denn schon..Der Wesermarathon ist die perfekte Möglichkeit, mal eine richtig lange Strecke auf Fliesswasser ohne Wehre und Schleusen zu fahren.
Nachdem Steffen und ich letztes Jahr die Bronze-Strecke nach Beverungen (53 km) gefahren sind war die Silberstrecke mit 80 km eine Herausforderung die wir gern annahmen. Und wir konnten noch Mitstreiter gewinnen: Michael und Petra. Während Michael und ich auf jeden Fall im Einer fahren wollten wählten Petra und Steffen als inzwischen gut eingespieltes Team den Zweier.
Die traditionelle Vorfahrt zum Wesermarathon, die Werraland-Rallye von Eschwege nach Witzenhausen mit 38 km am Samstag gehörte selbstverständlich dazu. Zumal das Wetter hervorragend war: Sonne, angenehme Temperaturen und ein leicher, gelegentlich etwas auffrischender Wind.
Schon beim Start in Eschwege fuhren Petra und Steffen uns locker davon: sie kamen eine Schleusung früher auf die Strecke. Michael und ich legten, nach kurzer Gewöhnung an die Strömung, ein flottes Tempo vor. Der Wasserstand der Werra war gut, so daß die ca. 20 km bis zur Schleuse in Bad Soden-Allensdorf in etwas über 90 Minuten zurückgelegt waren. Beim Schleusen trafen wir dann Petra und Steffen wieder, die sich inzwischen eine Auszeit mit einem guten Kaffee gegönnt hatten… und uns anschließend bootsbedingt wieder locker davonfuhren. Aber warum sollten wir auch hetzen… Zeit war ja genug. Nach insgesamt ca. 3,5 Stunden auf dem Wasser war das Ziel in Witzenhausen erreicht wo uns Christiane, unsere bewährte Fahrerin, erwartete so daß wir schnell wieder auf den Campingplatz in HannMünden kamen.
Am Sonntag dann die große Herausforderung: der Wesermarathon ab HannMünden. Die ersten Teilnehmer waren seit 4.30 wach um den offiziellen Start um 6 Uhr in der Schleuse nicht zu verpassen. Wir nahmen gegen 6.45 Uhr lieber den „Seitenausgang“ vom Campingplatz aus um das Gedrängel zu vermeiden. Und los gings.
Wetter – wie am Vortrag – optimal, Wasserstand und Strömung gut, Laune noch besser. Die Fahrt ging ziemlich flott durch eine wirklich schöne Landschaft. Und wie schon auf der Werra fuhren uns Steffen und Petra im Zweier davon.
Nach 25 km machten wir eine Kaffeepause um uns die Beine zu vertreten. Dann gings weiter. An Beverungen fuhren wir gegen 13 Uhr vorbei um ja nicht in Versuchung zu kommen hier aufzuhören und machten bei km 60 eine erneute Pause. Auf den letzten 20 km hatten wir dann teilweise starken Gegenwind, aber dank gegenseitiger Motivation konnten wir das Tempo halten so daß wir gegen 16 Uhr in Holzminden ankamen. Nach 7,5 Stunden reiner Paddelzeit stellten wir erstaunt fest: da würde noch was gehen… aber die verbleibenden 55 km der Goldstrecke wären doch etwas viel. Zumal uns die Zeit bis zum Zieleinlauf nicht gereicht hätte.
Also beendeten wir hier unsere Fahrt. Dank Christiane, die wieder den Wagen gebracht hatte, konnten wir nach einem kurzen Vesper gleich nach HannMünden aufbrechen wo wir den Abend gemütlich ausklingen ließen.
Noch ein paar Zahlen: teilgenommen haben auf der Bronzestrecke ca. 500 Paddler, die Silberstrecke wurde von ca. 400 gefahren und ca. 300 wagten sich an Gold. Ob wir die jemals fahren? Keine Ahnung, aber Silber wollen wir nächstes Jahr auf jeden Fall wieder in Angriff nehmen.

Ahoi
Sabine

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